Indju


Der Überlebenskünstler

Der Indju hat eines der tiefsten Wurzelsysteme der Pflanzenwelt. Seine Wurzeln können bis zu 50 Meter tief in die Erde vordringen, um Grundwasser zu finden. Deshalb bleibt er selbst in den extremen Dürreperioden der Inseln saftig grün, während alles andere um ihn herum braun wird.

Nutzen und Tradition

Früher war der Indju eine existenzielle Ressource für die Inselbewohner:

 

  • Die Schoten: Die langen, gelblichen Hülsenfrüchte sind reich an Zucker und Protein. Sie dienten früher als wichtiges Viehfutter für Ziegen und Esel. In Notzeiten wurde daraus sogar Mehl für den menschlichen Verzehr gemahlen. Aus den nahrhaften Schoten wurden früher auch Honig, Sirup, Mehl, Bier und Leim hergestellt wurden. Reife Samen können über Nacht eingeweicht und dann wie Kidneybohnen gebacken werden. Die Samen sind reich an Protein (sie enthalten etwa 29 % Protein, 48 % Kohlenhydrate und 14 % Fett) und haben Potenzial für die Verwendung als Lebensmittel für den Menschen.

    Das getrocknete, pulverisierte Samenkorn weist eine Verdaulichkeit von 67 % auf, die sich durch Kochen auf 76 % erhöht – dies ist höher als bei vielen gängigen Hülsenfrüchten.

 

  • Das Holz: Es ist extrem hart, schwer und witterungsbeständig. Man nutzte es für den Hausbau, für Zaunpfosten oder zur Herstellung von Holzkohle, da es sehr heiß und lange brennt.

 

 

  • Schatten: In der glühenden Mittagshitze ist die ausladende Krone des Indju oft der einzige Ort, an dem Mensch und Tier Kühlung finden.

Die Schattenseite

Obwohl er ein Symbol der Inseln ist, hat der Indju einen zwiespältigen Ruf:

  • Die Dornen: Seine Äste sind mit harten, spitzen Dornen besetzt, die mühelos durch dünne Schuhsohlen oder Autoreifen dringen können.

  • Invasivität: Da er so effizient Wasser zieht, verdrängt er oft einheimische Pflanzen, wenn er sich zu stark ausbreitet.

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