Wenn du auf Curaçao unterwegs bist, ist der Kadushi (Cereus repandus, auch Felsenkaktus genannt) eigentlich nicht zu übersehen. Er prägt die Landschaft fast so sehr wie das azurblaue Meer.
Der Kadushi ist kein kleiner Kaktus für die Fensterbank – er ist ein wahrer Riese.
Wuchsform: Er wächst baumartig und säulenförmig. Mit der Zeit verzweigt er sich stark und kann eine beeindruckende Höhe von bis zu 10 Metern erreichen.
Stamm: Die Stämme sind tief gerippt (meist 9 bis 10 Rippen) und gräulich-grün.
Bestachelung: Die Areolen (Sitzplätze der Stacheln) tragen graue, kräftige Dornen, die im Alter etwas spärlicher werden können.
Blüten: Er ist ein "Nachtblüher". Seine großen, cremeweißen Blüten öffnen sich nachts, um von Fledermäusen bestäubt zu werden, und schließen sich meist schon am nächsten Vormittag.
Der Kadushi liefert nicht nur Schatten (na ja, ein bisschen), sondern auch Nahrung:
Aussehen: Die Früchte sind eiförmig, etwa so groß wie ein Apfel und bei Reife leuchtend rot oder violett.
Geschmack: Das Fruchtfleisch ist weiß mit vielen kleinen, schwarzen (essbaren) Samen – ähnlich wie bei einer Drachenfrucht (Pitahaya). Sie schmecken dezent süßlich und erfrischend.
Name: Lokal werden sie oft Tampanja genannt.
Die Inselbewohner haben über Jahrhunderte gelernt, jedes Teil des Kaktus zu nutzen:
Das ist wohl die berühmteste (und für Touristen gewöhnungsbedürftigste) Verwendung.
Herstellung: Die grünen „Zweige“ werden geschält und das innere Mark wird gekocht.
Konsistenz: Die Suppe ist extrem schleimig (ähnlich wie Okra). Sie gilt als sehr nahrhaft und gesund. Oft wird sie mit gesalzenem Fleisch oder Fisch serviert.
Da der Kadushi so gerade und stachlig wächst, pflanzen Farmer die Säulen dicht an dicht in einer Reihe. Das Ergebnis ist ein „Living Fence“, der absolut undurchdringlich für Ziegen und ungebetene Gäste ist.
Das Innere des Kaktus wird traditionell bei Hautreizungen oder als natürliches Shampoo verwendet, da es feuchtigkeitsspendend wirkt.
Verwechsle den Kadushi nicht mit dem Yatu / Datu (Stenocereus griseus).
Der Yatu / Datu hat meist weniger Rippen, wirkt „ordentlicher“ und wird eher für die Zäune genutzt.
Der Kadushi ist der massivere, baumartigere Kaktus, der für die berühmte Suppe herhält.
Yatu / Datu
Er verzweigt sich schon vom Boden aus in mehrere einzelne Säulen. Zudem hat der Datu kürzere, dickere Stacheln als der Kadushi und ein kräftigeres Grün. Die dunkelroten Früchte von Datu heißen Dader und sind mit Stacheln besetzt.
Kadushi
Sein prägnantestes Erkennungsmerkmal ist, dass er unten am Boden einen Hauptstamm hat. Aus diesem bilden sich die Arme heraus, die leichte Einschnürungen aufweisen. Das Grün des Kadushi ist eher gräulich. Tampañá nennt man seine rot-violetten Früchte. Sie sind rund bis länglich und haben keine Stacheln. Den Kadushi Kaktus kann man essen. Sein Fruchtfleisch ist süßlich mild und wird in der berühmten Sopi di Kadushi (Kadushi Suppe) verarbeitet.