InFROU


Der Infrou oder Feigenkaktus gehört zur Gattung der Opuntien (Opuntia wentiana oder Opuntia elatior). Du erkennst ihn sofort an seinen flachen, ohrförmigen Trieben, die wie grüne Paddel aussehen.

 

 

  • Die Dornen-Falle: Der Infrou ist berüchtigt. Er hat nicht nur lange, sichtbare Dornen, sondern auch winzige, fast unsichtbare Widerhaken, sogenannte Glochiden. Wenn man ihn nur leicht streift, bleiben diese feinen Härchen in der Haut stecken und verursachen ein tagelanges, brennendes Jucken.

  • Wuchsform: Er wächst meistens niedrig und buschig, oft in dichten Matten am Boden, was ihn zu einem natürlichen Hindernis im Gelände macht.

Die Bedeutung auf den Inseln

Trotz seiner Stacheln ist der Infrou tief in der Kultur verwurzelt:

 

  • Der "Schwiegereltern-Kaktus": Ein humorvoller (und etwas boshafter) lokaler Beiname ist Stoel van de Schoonmoeder (Schwiegermutterstuhl) – wegen der offensichtlichen Unbequemlichkeit beim Hinsetzen.

 

  • Die Frucht (Blauchi): Die Früchte des Infrou sind rötlich-violett und werden oft Blauchi genannt. Sie sind essbar und sehr süß, aber man muss sie extrem vorsichtig mit einer Zange ernten und schälen, um die feinen Stacheln nicht in die Zunge zu bekommen.

 

  • Naturheilmittel: Das Innere der Kaktuspaddel (das schleimige Fleisch) wurde traditionell als kühlende Auflage bei Verbrennungen oder Entzündungen genutzt – ähnlich wie Aloe Vera.

 

  • Tierfutter: Während schwerer Dürreperioden wurden seine Stacheln abgebrannt und die Blätter als Notfutter an Rinder verfüttert.

 

Pro-Tipp vom Kunuku: Falls doch mal ein winziger Stachel in der Hand landet: Klebeband! Ein Stück Panzertape oder starkes Klebeband auf die Stelle drücken und ruckartig abziehen. Das zieht die unsichtbaren Härchen meist besser raus als jede Pinzette.

 

 

Infrou_feigenkaktus_curacao