Mit dem Kalabas di Mondi (Crescentia cujete) betreten wir die Welt der „Natur-Hardware“ von Curaçao. Er ist einer der nützlichsten Bäume der Inselgeschichte, denn er liefert keine Nahrung, sondern Gefäße.
Hier sind die Zeilen zu diesem außergewöhnlichen Baum:
Obwohl er im Deutschen oft Kalebassenbaum genannt wird, wachsen seine Früchte nicht am Boden, sondern direkt am Stamm und an den dicken Ästen.
Optik: Die Früchte sind kugelrund, glatt und leuchtend grün. Wenn sie reifen, werden sie holzig und extrem hart.
Das Innere: Das Fruchtfleisch ist weißlich und für den Menschen ungenießbar (sogar leicht giftig). Aber es geht auch nicht um den Inhalt, sondern um die Schale.
Bevor es Plastik oder industrielles Porzellan auf den Inseln gab, war der Kalabas di Mondi unverzichtbar für jeden Haushalt:
Herstellung: Die reifen Früchte werden in zwei Hälften geschnitten, das Fruchtfleisch wird herausgekratzt und die Schale getrocknet. Das weiße Fruchtfleisch, reich an winzigen Samen, wird zur Behandlung von Hautirritationen durch Manzaliña , Sonnenbrand oder Korallenverletzungen sowie gegen Räude bei Hunden und Nutztieren eingesetzt..
Die Kalebassenschale (Kalo): Die getrockneten Schalen wurden als Schüsseln, Löffel oder Wasserbehälter genutzt. Sie sind extrem leicht, langlebig und geschmacksneutral.
Kunsthandwerk: Heute werden die Schalen oft kunstvoll geschnitzt oder bemalt und als Souvenirs verkauft.
Der Baum selbst hat eine sehr eigenwillige Form:
Die Äste: Er wächst oft sehr ausladend und unregelmäßig, fast wie ein zerzauster Schirm.
Die Bestäubung: Da die Blüten nachts aufgehen und einen etwas strengen Geruch verströmen, werden sie hauptsächlich von Fledermäusen bestäubt.