Kalabas di Mondi


Mit dem Kalabas di Mondi (Crescentia cujete) betreten wir die Welt der „Natur-Hardware“ von Curaçao. Er ist einer der nützlichsten Bäume der Inselgeschichte, denn er liefert keine Nahrung, sondern Gefäße.

 

Hier sind die Zeilen zu diesem außergewöhnlichen Baum:

1. Die Frucht: Der „Wilde Kürbis“ am Baum

Obwohl er im Deutschen oft Kalebassenbaum genannt wird, wachsen seine Früchte nicht am Boden, sondern direkt am Stamm und an den dicken Ästen.

 

  • Optik: Die Früchte sind kugelrund, glatt und leuchtend grün. Wenn sie reifen, werden sie holzig und extrem hart.

  • Das Innere: Das Fruchtfleisch ist weißlich und für den Menschen ungenießbar (sogar leicht giftig). Aber es geht auch nicht um den Inhalt, sondern um die Schale.

2. Der „Tupperware-Ersatz“ der Ahnen

Bevor es Plastik oder industrielles Porzellan auf den Inseln gab, war der Kalabas di Mondi unverzichtbar für jeden Haushalt:

 

  • Herstellung: Die reifen Früchte werden in zwei Hälften geschnitten, das Fruchtfleisch wird herausgekratzt und die Schale getrocknet. Das weiße Fruchtfleisch, reich an winzigen Samen, wird zur Behandlung von Hautirritationen durch Manzaliña , Sonnenbrand oder Korallenverletzungen sowie gegen Räude bei Hunden und Nutztieren eingesetzt.. 

  • Die Kalebassenschale (Kalo): Die getrockneten Schalen wurden als Schüsseln, Löffel oder Wasserbehälter genutzt. Sie sind extrem leicht, langlebig und geschmacksneutral.

  • Kunsthandwerk: Heute werden die Schalen oft kunstvoll geschnitzt oder bemalt und als Souvenirs verkauft.

3. Ein architektonisches Wunderwerk

Der Baum selbst hat eine sehr eigenwillige Form:

 

  • Die Äste: Er wächst oft sehr ausladend und unregelmäßig, fast wie ein zerzauster Schirm.

  • Die Bestäubung: Da die Blüten nachts aufgehen und einen etwas strengen Geruch verströmen, werden sie hauptsächlich von Fledermäusen bestäubt.

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