Milon di seru


Der Milon di Seru (Papiamentu für „Bergmelone“) ist einer der skurrilsten und faszinierendsten Bewohner der trockenen Hügellandschaften auf Curaçao, Aruba und Bonaire.

Botanisch gehört er zur Gattung der Melonenkakteen (Melocactus). Er sieht aus wie eine Mischung aus einer kleinen, grünen Melone und einem stacheligen Seeigel, der direkt auf dem Felsgestein sitzt.

 

Hier sind die Zeilen zu diesem besonderen „Kopf“ der Inseln:

Der Kaktus mit der roten Mütze

Das auffälligste Merkmal des Milon di Seru ist sein „Hut“, das sogenannte Cephalium:

 

  • Die Verwandlung: Solange der Kaktus jung ist, sieht er aus wie eine normale, kugelige Pflanze. Erst wenn er ausgewachsen ist (nach vielen Jahren), bildet er obenauf ein rötliches, borstiges Kissen.

  • Das Wachstum: Ab diesem Moment wächst der grüne Körper des Kaktus nicht mehr weiter – nur noch der rote „Hut“ schiebt sich jedes Jahr ein winziges Stück nach oben.

 

 

Die "Zuckerstangen" (Lollies)

Zwischen den roten Borsten des Hutes erscheinen nach dem Regen winzige, pinkfarbene Früchte:

 

  • Form: Sie sehen aus wie kleine, glänzende Chili-Schoten oder Lippenstifte.

  • Geschmack: Die Früchte sind essbar und schmecken säuerlich-süß, fast wie ein natürliches Gummibärchen. Kinder auf den Inseln pflücken sie oft direkt vom Kaktus und nennen sie liebevoll „Lollies“.

Ein echter Überlebenskünstler

Der Milon di Seru wächst dort, wo fast nichts anderes überlebt:

 

  • Standort: Er bevorzugt nackten Kalkstein oder vulkanisches Gestein, oft an den windgepeitschten Nordküsten der Inseln.

  • Gefahr: Da er sehr langsam wächst (ein Kaktus mit einem hohen „Hut“ kann 50 Jahre oder älter sein!), ist er streng geschützt. Ihn auszugraben ist verboten, da er außerhalb seines speziellen Mikroklimas auf den Hügeln meist sofort eingeht.

Milon di Seru_curacao
Milon di Seru_curacao